Friedhöfe in Magdeburg
Magdeburg hat viele Friedhöfe. Und doch ist keiner wie der andere. Wer sich mit Abschied befasst, merkt schnell, dass es nicht nur um Grabarten oder Wege geht, sondern um Orte, die mit Stadtteilen, Biografien und Erinnerungen verbunden sind. Ein Blick auf sechs Friedhöfe zeigt, wie unterschiedlich diese Orte in Magdeburg verankert sind.
Der Westfriedhof Magdeburg ist der größte unter ihnen. Weitläufige Flächen, alte Baumreihen, lange Wege. Viele Magdeburger kennen ihn aus der eigenen Familiengeschichte. Hier liegen mehrere Generationen nebeneinander. Der Westfriedhof wirkt wie eine eigene Landschaft innerhalb der Stadt. Er ist kein Ort für Eile. Wer hierherkommt, nimmt sich Zeit.
Ganz anders der Südfriedhof Magdeburg. Er liegt direkt an einer der großen Verkehrsachsen der Stadt, entlang der Leipziger Straße. Hinter den Toren wird es ruhiger, fast parkartig. Der Südfriedhof ist überschaubarer als der Westfriedhof, aber dennoch weitläufig genug, um Raum zu geben. Er zeigt deutlich, wie sich Bestattungsformen verändert haben. Erdgräber, Urnenfelder, Gemeinschaftsanlagen stehen hier selbstverständlich nebeneinander.
Im Osten der Stadt liegt der Ostfriedhof Magdeburg. Er wurde 1882 angelegt, als Cracau noch eine eigenständige Gemeinde war. Die Anlage ist funktional, klar gegliedert. Im Mittelpunkt steht die Kapelle aus dem Jahr 1908. Der Ostfriedhof wirkt zurückhaltend. Er drängt sich nicht auf, erfüllt aber bis heute zuverlässig seine Aufgabe. Für viele Familien aus Cracau ist er der naheliegende Ort des Abschieds.
Im Süden, an der Alt Fermersleben, liegt der
Friedhof Buckau. Er gehört seit Generationen zum Stadtteil Buckau. Viele Namen auf den Grabsteinen sind hier bekannt, manche tauchen in mehreren Reihen wieder auf. Der Friedhof ist kommunal, sachlich aufgebaut, ohne große Gesten. Er bietet einen ruhigen, gut geordneten Rahmen für den Abschied und ist fest im Alltag des Stadtteils verankert.
Kleiner und persönlicher ist der Friedhof Olvenstedt. Die Anlage liegt mitten im Wohngebiet und wird kirchlich getragen. Die Nähe zur St.-Laurentius-Kirche prägt den Ort. Wer hier beigesetzt wird, stammt oft aus dem unmittelbaren Umfeld. Der Friedhof wirkt vertraut, fast nachbarschaftlich. Wege sind kurz, Orientierung fällt leicht.
Ähnlich überschaubar ist der Friedhof Neustadt Magdeburg an der Lübecker Straße. Auch er ist kirchlich verwaltet und entstand Ende des 19. Jahrhunderts für einen wachsenden Stadtteil. Die kompakte Anlage mit historischer Kapelle ist bis heute ein fester Bestandteil der Neuen Neustadt. Viele Menschen kommen regelmäßig, nicht nur zu Beisetzungen, sondern auch zum stillen Besuch.
